Traditionelles Handwerk - Lilly Langenegger
Spannende Einblicke in das traditionelle Handwerk der Radierung. Ein im 16. Jahrhundert entstandenes Verfahren, aufbereitet in Form einer Fotoreportage mit eimaligen Einblicken in diese traditionsreiche Kunstform. Portraitiert werden Radierungen der Künstlerin Lilly Langenegger.
Diese Reportage entstand auf Einladung der Handwerkstatt in Altstätten, welche es sich zum Ziel gesetzt hat, Handwerk greif- und erlebbar zu machen. Sie gibt einen einen Einblick in die traditionelle Kunst des Radierens. Portraitiert haben wir dabei Lilly Langenegger, eine vor Energie sprühende 88-jährige die seit 1979 Radierungen anfertigt. Die in Gais wohnhafte Lilly widmete sich ursprünglich der Bauernmalerei, bevor sie in den 80er Jahren mit Radierungen begann.
Lilly Langenegger
Ihre Arbeiten entstanden neben der Arbeit auf dem Hof, ihr erstes Kinderbuch, “Flöckli das Geisslein”, wurde unterdessen bereits über 30’000 mal verkauft.
Radierungen
Radierungen sind seit Anfang des 16. Jahrhunderts bekannt. Der Künstler ritzt und schabt dabei das Motiv seiner Radierung in eine beschichtete Kupferplatte.
Diese Vorgehensweise gab der Radierung ihren Namen: Das lateinische Wort „radere“ bedeutet so viel wie „schaben“ und „kratzen“.
Die eingeritzte Kupferplatte wird in ein spezielles Säurebad aus Eisenchlorid getaucht. Dort, wo die Platte eingeritzt wurde, ätzen sich die feinen Linien in das Kupfer ein.
Für den eigentlichen Druckvorgang wird eine Schuhwichse ähnliche Farbe gleichmässig auf die Platte aufgetragen.
Die überflüssige Farbe wird anschliessend wieder abgewischt. So bleibt die Farbe nur in den Vertiefungen der Platte zurück.
Um das spiegelverkehrte Bild nun auf Büttenpapier zu übertragen, muss das zu verwendende Papier gewässert werden, damit es aufquillt und saugfähig wird. Anschliessend wird die Platte auf das Papier gelegt und beides kommt in eine Handpresse.
Nach dem Pressvorgang hat das Papier die Farbe aus den Vertiefungen der Platte angenommen und das Bild wird sichtbar. Dieses Verfahren wird als Tiefdruckverfahren bezeichnet.
Selbst kleinste Details lassen sich so durch die Künstlerin zu Papier bringen. Hier sehen wir einen Schö-Wüeschte Silversterklaus. Detailgetreu abgebildet aus dem Brauch der Silversterkläuse welcher im Appenzell Ausserroden zur Jahreswende gefeiert wird.
Die Reportage entstand in der Druckwerkstatt Speicher, in welcher wir freundlicherweise dieses traditionelle Handwerk erleben und portraitieren durften.